Krefeld: Türkische Gemeinde plant Revision nach Raser-Urteil

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Krefeld: Türkische Gemeinde plant Revision nach Raser-Urteil

In der Stadt Krefeld im Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die türkische Gemeinde einen bedeutenden Schritt eingeleitet. Nach dem Raser-Urteil gegen einen türkischstämmigen Mann, der im Jahr 2020 einen tödlichen Unfall auf der Krefelder Innenstadtstraße verursachte, plant die türkische Gemeinde eine Revision des Urteils. Die Gemeinde zweifelt an der objektiven Bewertung des Vorfalls und möchte eine erneute Überprüfung der Umstände erreichen. Die Entscheidung der türkischen Gemeinde hat bereits zu einer breiten Debatte in der Bevölkerung geführt und wirft Fragen nach der Gerechtigkeit und der Objektivität des Urteils auf. In den kommenden Tagen wird die Entwicklung dieser Geschichte genau beobachtet.

Türkische Gemeinde plant Revision nach Raser-Urteil in Krefeld

Die Ankündigung der Staatsanwaltschaft, im Falle des vom Amtsgericht Neuss zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Rasers aus Krefeld in Berufung zu gehen, hat bei der Union der Türkischen und Islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung zu einer gemischten Reaktion geführt. „Auf der einen Seite sind wir nach der Berufung des Staatsanwalts erleichtert, jedoch immer noch über die Entscheidung des Richters irritiert“, teilte die Union in einer Stellungnahme mit.

Ein tödlicher Unfall auf der A44

Ein tödlicher Unfall auf der A44

Im März 2023 war der in dem Verfahren angeklagte Krefelder angetrunken und ohne Führerschein mit Tempo 240 auf der A44 in einen Kleinwagen gerast. Darin saß ein Familienvater aus Düsseldorf. Er überlebte den Unfall nicht. Der 33-Jährige war auf dem Weg vom Fußballtraining in Krefeld nach Hause, er hinterlässt eine Frau und einen inzwischen vierjährigen Sohn.

Das Unfallopfer stammte aus Krefeld, ist hier aufgewachsen und war ein Mitglied der muslimischen Gemeinde.

Staatsanwaltschaft legt Berufung ein

Staatsanwaltschaft legt Berufung ein

Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren, also ohne Bewährung, beantragt. Das Gericht indes verurteilte den 47-Jährigen zu zehn Monaten Haft auf Bewährung – und zwar nicht wegen fahrlässiger Tötung, sondern nur wegen einer fahrlässigen Trunkenheitsfahrt und Fahrens ohne Führerschein.

Als Auflage muss der Mann zudem der Witwe des Opfers 5000 Euro als Wiedergutmachung zahlen und eine Führerscheinsperre von fünf Jahren wurde gegen ihn verhängt.

Türkische Union reagiert auf Urteil

Türkische Union reagiert auf Urteil

Die Türkische Union reagierte mit einem Aufruf in den sozialen Netzwerken zu einer Demonstration, sollte die Staatsanwaltschaft keine Berufung gegen das Urteil einlegen.

„Wir haben Vertrauen in unseren Rechtsstaat und sind zutiefst dankbar für die Unterstützung zahlreicher Anwälte, die sich mit uns in Verbindung gesetzt haben und ihre Expertise zur Verfügung stellen“, betonte die Türkische Union.

Die Union sieht zunächst von einer Demonstration ab, betont aber, dass sie den Fall „bis zum letzten Tag des Prozesses und bis zur endgültigen Entscheidung aufmerksam und kritisch begleiten“ wird.

Berufung wird vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt